Zweckverband ARA Gäu

 

Was passiert, wenn ich zu Hause die Toilettenspülung betätige?

Wer ist für diesen "Abfall" zuständig?

Wie funktioniert die Verarbeitung?

Diese und weitere interessante Informationen zur Abwasserreinigung im Gäu finden Sie auf dieser Website.

Der Online-Rundgang durch die Abwasserreinigungsanlage Gunzgen gibt Ihnen ein Bild von der Verarbeitung Ihrer Hinterlassenschaften. 20'000 Einwohner aus den Gemeinden Kestenholz, Oberbuchsiten, Niederbuchsiten, Neuendorf, Egerkingen, Härkingen und Gunzgen produzieren ständig unmengen an Abwasser. Dieses wird von der Wohnung oder dem Einfamilienhaus der Kanalisation zugeführt und von dort an die Klärstrasse nach Gunzgen, zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) gefördert.

 

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Die moderne Anlage der ARA in Gunzgen, fotografiert aus nordöstlicher Sicht.

 

Erfahren Sie bei nachfolgendem Rundgang, was mit Ihrem Abwasser vom Einlauf in die ARA, über die mechanische Reinigung (Grobrechen, Feinrechen, Sandfang und Vorklärbecken) und biologische die Reinigung (Biologiebecken und Nachklärbecken) bis zum Auslauf in den Dünnernbach geschieht.

 


01 Zulaufkanal

Über den Zulaufkanal unter dem Vorplatz des ARA-Geländes gelangen jährlich 2 Mio. m3 Wasser nach Gunzgen. Das ist der Beginn mehrstufigen Abwasserreinigung.

 

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Der Zulaufkanal erreicht das Hauptgebäude unter dem Vorplatz des Areals in Gunzgen.

 

Die Reise des Wassers geht direkt beim Hebewerk weiter.

 


02 Schlamm-Muldenhalle

Nicht direkt in den Abwasserreinigungsprozess integriert ist die Schlamm-Muldenhalle. Der in den Faultürmen ausgefaulte Schlamm wird in diesem Gebäude gelagert, ehe er mittels LKW zu einer Verbrennungsanlage transportiert und dort verbrannt wird.

 

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Das Gebäude "Schlamm-Muldenhalle"

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Der getrocknete Schlamm im Innern der Schlamm-Muldenhalle.

 

Früher wurde dieser Schlamm von regionalen Bauern auf den Feldern verbreitet. Gemäss Bundesverfassung ist dies jedoch nicht mehr erlaubt.

 


03 Notentlastungskanal

Ebenfalls nicht im Normalbetrieb beansprucht wird der Notentlastungskanal. Ähnlich wie die Aussenstationen ist bei der ARA ein Notentlastungskanal installiert. Sobald die Schnecken die erhöhte Wassermenge aufgrund von starken Regengüssen nicht mehr verarbeiten können, kommt ein Überlaufbecken zum Einsatz. Das überlaufene Wasser wird unterirdisch durch den Entlastungskanal weggeleitet.

 

03 notentlastungskanal

Unter dem geteerten Areal führt der Notentlastungskanal durch.

 

 


04 Hebewerk

Der Zulaufkanal endet bei einer von drei Förderschnecken. Diese sind für den Transport in die Höhe verantwortlich. Das Abwasser inklusive Feststoffe wird mit den Schnecken einige Meter angehoben und gelangt so in das westliche Betriebsgebäude.

 

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Eine von drei Förderschnecken.

 

Im Gebäude angekommen werden die verbleibenden Feststoffe mit einem Rechen von der Flüssigkeit separiert. Das Betriebspersonal bekommt hier einige unerwünschte Materialien zu Gesicht: Essensreste, Kunststoffe, wasserfestes Papier und was sonst alles in der WC-Spülung landet anstelle im Kehrichtsack oder anderswo. Diese Feststoffe haben eine beträchtliche Masse: jährlich werden rund 38 Tonnen Feststoffe vom Rechen abgetrennt.

 


 05 Rundsandfang

Bereits tritt die braune Sosse wieder aus dem Gebäude aus und gelangt sogleich in den Rundsandfang.

 

05 rundsandfang

Der zylindrische Rundsandfang trennt die weitere Feststoffe von der Flüssigkeit.

 

Noch immer sind viele kleine Partikel in Form von kleinen Körnern ("Sand") mit der Flüssigkeit gemischt. Dieser Sand wird in dem runden Sandfang getrennt. Das System sieht aus wie eine Zentrifuge oder ähnelt dem Vorkäsen mit einer Käseharfe in einer Käserei. Die Flüssigkeit wird im zylindrischen und rund 6 Meter tiefen Trog gerührt. Dabei setzen sich die Sandkörner ab und das von Feststoff mehr oder weniger befreite Wasser schwappt in der "Zentrifuge" über. Der Sand wird regelmässig am Zylinderboden gesammelt und regelmässig abgelassen. Jährlich entstehen mehrere Container (rund 16 Tonnen) gefüllt mit diesem "Sand".

 


06 Regenklärbecken

Im Normalbetrieb führt der Weg vom Rundsandfang in eines der Vorklärbecken. Falls die Vorklärbecken jedoch ausgelastet sind (kommt bei hohen Regenmengen vor), führt der Weg zwischenzeitlich ins Regenklärbecken. Dieses hat dieselbe Funktion wie ein Regenklärbecken einer Aussenstation - ist jedoch massiv grösser (ca. 25 m lang, 3 m breit und 6 m tief).

 

06 regenklaerbecken

Der schmale Kanal unten im Bild (ohne Wasser) wird als Regenklärbecken benutzt.

 

Falls Sie dem Wasserkreislauf folgen möchten: Weiterlesen bei "19 Vorklärbecken"

 


07 Betriebsgebäude 1

Unmittelbar neben dem Hebewerk und dem Rundsandfang befindet sich das Betriebsgebäude 1. Von hier aus wird die komplette ARA gesteuert und überwacht. Mit der modernen Anlage kann jedes Becken zentral geschaltet, Störungen eruiert und Betriebsdaten erfasst werden. Dank dieser hochmodernen Steuerung kann die Anlage über das ganze Jahr hinweg von vier Personen bedient werden.

 

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Das Herzstück der gesamten Abwasserreinigungsanlage in Gunzgen ist das Betriebsgebäude.

 

Eine weitere wichtige Arbeit findet wöchentlich im Nebenraum der Schaltzentrale statt: während mehreren Stunden werden Klärproben untersucht und dokumentiert. Dadurch wird eine konstante Wasserqualität am Ende der Reinigung gewährleistet.

 


08 Faulturm

Nach dem Staplen in den Stapelbehältern 1+2 wird der Schlamm dem Faulturm zugeführt. Im Schlamm ist viel Energie enthalten, die in Form von Klärgas entweicht. Dieses Gas wird in einen Ballon im Gasometer geführt und für die Strom- und Wärmeproduktion genutzt.

 

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Der Faultrum ist das Silo auf der rechten Seite im Bild.

 

Dank der Gasentstehung fault der Schlamm aus und wird darauf in der Schlammentwässerungsanlage mit einem Dekanter entwässert. Schliesslich wird der Trockenschlamm in der Schlamm- und Muldenhalle zwischengelagert, ehe er der Kehrichtverbrennungsanlage (KEBAG) zugeführt wird. Rund 1'200 m3 Schlamm werden jährlich verbrannt.

 


09 Verwaltungsgebäude

Im Zusammenhang mit der Bauetappe 3 wurde ein neues Verwaltungsgebäude in Betrieb genommen.

 

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Sitzungsraum im Verwaltungsgebäude nordöstlich des ARA-Areals.

 

 


10 Biologie 3+4 (AI)

Die Biologiebecken 3+4 wurden im Zuge der dritten Ausbaustufe von 2009 - 2011 gebaut. Aufgrund der zunehmenden Einwohnerzahlen fällt mehr Abwasser an. Dies erforderte eine abermalige Erweiterung der ARA in Gunzgen.

 

10 biologie

2011 wurden die Biologiebecken 3+4 in Betrieb genommen.

 

Dem Stand der Technik wurden die Becken 3+4 angepasst. So werden die Becken im A/I-Verfahren (A: alternierend, I: intermittierend) betrieben. Mit diesem Verfahren wird neben dem Abbau der organischen Schmutzstoffe eine energieeffiziente Stickstoffumwandlung (Nitrifikation / Denitrifikation) erreicht.

 


11 Ablaufkanal ab NKB 3/4

Analog zum Ablaufkanal ab Nebenklärbecken (NKB) 1/2 ist auf für das NKB 3/4 ein Ablaufkanal in Richtung Dünnern gebaut worden.

 

duennern

Das Klärwasser gelangt nach der Reinigung in die Dünnern.

 

 


12 Nachklärbecken 3+4

Neben den Biologiebecken wurden auch die Nachklärbecken in der dritten Bauetappe bis 2011 ausgebaut und die Anlage somit der Nachfrage angepasst. Die Funktionsweise ist dieselbe wie bei NKB 1+2.

 

12 nachklaerbecken

Der Neubau (Erweiterung 3) mit den Nachklärbecken 3+4 oben rechts im Bild.

 

 


13 Betriebsgebäude 2

In einem zweiten Betriebsgebäude befindet sich die Überschussschlammentwässerung und die Gebläsestation 2.

 

13 betriebsgebaeude 2

 Im UG des Betriebsgebäude 2 befindet sich die zweite Gebläsestation.

 

 


14 Leitungs- und Verbindungsgang

Mit der Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage wurden die Gebäude unterirdisch verbunden. Dort befinden sich nebst Leitungen auch Maschinen- und Werkzeuglager.

 

14 leitungsgang

14 leitungsgang 2

Unterirdisch führen etliche Leitungen durch die Verbindungsgänge.

 

 


15 Gasometer / Eindicker

Ein Gasmmotor erzeugt im Blockheizkraftwerk neben dem Faulturm Strom aus dem Klärgas. Jährlich entstehen rund 280'000 m3 Klärgas. Mit dem erzeugten Strom kann die Anlage zu 60 % betrieben werden. Die restlichen 40 % werden aus dem Elektrizitätswerk bezogen.

 

schema energie

Das Schema zeigt den Energiebedarf und die Energieproduktion der ARA Gäu in Gunzgen.

 

 


16 Stapelbehälter 1+2

In zwei Stapelbehältern wird der abgesaugte Klärschlamm aus den Vorklärbecken gesammelt. Aufgrund der Schwerkraft des Schlamms (mehrere Tonnen) tropft die Flüssigkeit im Schlamm allmählich nach unten und der Schlamm trocknet aus. Dieser Prozess wird Vorentwässerung genannt (ÜSS-Entwässerung). Danach ist die Masse bereit für den Faulturm.

 

16 stapelbehaelter

Einer von zwei Stapelbehältern für das Trocknen des Klärschlamms.

 

 


17 Zwischenhebewerk 3+4

Mit dem Zwischenhebewerk wird  das Produkt der mechanischen Reinigung entweder in die Biologie 1+2 oder in die Biologie 3+4 gepumpt.

 

17 zwischenhebewerk

Rot markiert ist das Zwischenhebewerk.

 

 


18 Gebläsestation 1

 Südlich des Vorklärbecken 1+2 befindet sich das Gebäude mit der Gebläsestation. Dort werden die Bakterien für die Nitrifikation und Denitrifikation in den Biologiebecken vorbereitet.

 

18 geblaesestation 1

Im Gebäude oben links befindet sich das Gebläse für die Biologie.

 

 


19 Vorklärbecken 1+2

Der letzte Akt der mechanischen Reinigung findet im Vorklärbecken statt. Noch immer schwimmen ungelöste Partikel in der Flüssigkeit. Diese setzen sich dank der Schwerkraft allmählich als Klärschlamm ab. Dieser Klärschlamm gelangt später in den Faulturm zur Weiterverarbeitung. Das mechanisch gereinigte Wasser wird mit einem Zwischenhebewerk in die Biologie befördert.

 

19 vorklaerbecken

Die Vorklärbecken 1+2 sind gut an der braunen Farbe erkennbar (unten im Bild).

 

Folgen Sie nun entweder dem Wasserkreislauf zur biologischen Reinigung oder dem Klärschlamm zum Stapelbehälter in den Faulturm...

 


20 Biologie 1+2

Als zweiter Schritt folgt nach der mechanischen die biologische Reinigung des Abwassers. In den Biologiebecken werden die organischen Schmutzfrachten abgebaut und das fischgiftige Ammonium in Nitrat umgewandelt. Dieser Prozess nennt sich Nitrifikation. Da nicht alle Beckenzonen belüftet werden können, folgt an gewissen Stellen eine Stickstoffelimination (Denitrifikation). Durch Zugabe von eisenhaltigen Fällmitteln wird Phosphor eliminiert.

 

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Die Biologiebecken 1+2 sind gut am weissen Schaum auf der Oberfläche erkennbar.

 

Nach der biologischen Reinigung wird das Abwasser in die Nachklärbecken befördert.

 


21 Nachklärbecken 1+2

Der letzte Schritt im Prozess der Abwasserreinigung findet im Nachklärbecken statt. Hier wird der Belebtschlamm aus der Biologie abgesetzt. Das gereinigte Abwasser wird anschliessend in den Dünnernbach abgeleitet.

 

21 nachklaerbaecken

In den Nachklärbecken findet der letzte Schritt der biologischen Reinigung statt.

 

Die Vorklär-, Nachklär-, und Biologiebecken werden als "Parallelschaltung" betrieben. Dadurch ist bei laufendem Betrieb einer Strasse die Revision oder Reinigung der anderen möglich.

 


22 Ablaufkanal ab NKB 1/2

Das gereinigte und saubere Abwasser gelangt unterirdisch durch einen Ablaufkanal vom Nachklärbecken in die Dünnern.

Somit ist der Teil der Abwasserreinigung abgeschlossen. Parallel dazu wird jedoch der Klärschlamm im Faulturm weiterverarbeitet.

 

ara gaeu panorama

Panoramaansicht aus westlicher Richtung.

 

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